Interaktive Videos

Lehr-Videos hatten bislang, aufgrund ihrer Linearität einen entscheidenden Nachteil; ungenügende Interaktivität. Üblicherweise bestand diese im Vor- und Zurückspulen, Pausieren und im besten Fall im Setzen von Markern bzw. Lesezeichen.

Doch sind gerade die Lernbedürfnisse eines Individuums weitaus unterschiedlicher anzusetzen, als jedem den gleichen, starren Inhalt zu offerieren. Ungeachtet der mentalen Kapazität (Cognitive Load) und der damit verbundenen Aufnahmefähigkeit, gilt es die Darstellung von Information so zu optimieren, dass sie jeder Person gerecht wird. Dies bedeutet im einfachsten Sinn den Lehrstoff zu gliedern und nach unterschiedlichen Bedürfnissen bereit zu stellen.

Interaktivität spielt dabei eine große Rolle. Hypervideos, bereits aus der Werbung bekannt, verhelfen dem Schüler, ähnlich dem Hypertext, eigene “Wege” durch das Lehr-Video zu beschreiten. Es gibt somit keine festgelegten, geschlossenen Einheiten mehr, sondern nur noch Rahmenbedingungen. Umso wichtiger erscheinen die Navigationselemente, durch die ein “Lost in Hypervideo” vermieden werden soll.

Eine interessante Variante zeigt ADIVI (add digital information to video). Dabei werden im jeweiligen Video Anker gesetzt, die auf verschiedene Formate und Medien (Texte, Bilder, Videos, Animationen) verweisen können.

Die Einsatzbereiche von Hypervideos sind vielfältig. Vom industriellen Einsatz (Dokumentationen, Anleitungen, Produktpräsentationen), über eLearning und Bildung (Interaktive Lehrmaterialien, Training-on-the-Job) bis hin zu Infotainment und Community (Portale, Webseiten).

E-Learning – Tipps für einen erfolgreichen Start

Der Einstieg ins E-Learning wird gerne mit Vorurteilen oder auch Ängsten, etwa sich auf Neues einzulassen, gepflastert. Dabei geht es weniger um die Fragen Wie? und Womit?, die eine Neugier vermuten lassen würden, vielmehr um das Warum? und Wozu? Gleich vorweg, ohne sich selbst konkret Gedanken über die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten zu machen, ist es unmöglich eine qualifizierte Aussage zu treffen.

Falls Sie nun darin interessiert sind, sich mit E-Learning auseinander zu setzen und selbst einen Kurs zu gestalten, werden Ihnen folgende Tipps, basierend auf Inge de Waards “top ten tips” (Special thanks, for doing so well and putting in a nutshell!), sicherlich behilflich sein:

1.) Versuchen Sie es selbst; zu lernen

Wenn Sie bisher an noch keinem E-Learning- / Online-Kurs teilgenommen haben oder in vergleichbarer Weise mit neuen Medien in Kontakt gekommen sind, sollten Sie das zuvor tun. Durch eigene Erfahrungen fällt es leichter, Ideen und damit eine passende Struktur des Kurses bzw. Angebotes zu entwickeln. Entscheidend dabei ist, den Lern- und Entwicklungsprozess genau mit zu verfolgen.

2.) Klare Definition der Lernziele

Um entsprechende Inhalte zu vermitteln, muss man sich als Trainer(in) über deren Lernziele bewusst sein. Sie bilden sozusagen die Basis, um zu verstehen, was der einzelne Teilnehmer in den jeweiligen Lernschritten erreichen soll. Nicht zuletzt helfen sie bei der Entscheidung, welche Aktivitäten bzw. Werkzeuge zum Einsatz kommen. Dies können bspw. Spiele und Simulationen mit realitätsnahem Hintergrund, Quizzes für Wissensüberprüfungen, Foren für Diskussionen oder auch Blogs und Wikis im Bereich von Projekten sein.

3.) Entwickeln Sie Ihren eigenen Lerninhalt

Nicht die Menge an Lernmaterial bringt den Lernerfolg! Eine Ansammlung von Links zu externen Internet-Seiten erleichtert zwar die erstmalige Zusammenstellung, kann allerdings für die Teilnehmer leicht undurchschaubar und unstrukturiert wirken. Des Weiteren erschweren externe Inhalte eine regelmäßige Aktualisierung des Kurses, da im Normalfall der Zugriff für eine Überarbeitung nicht möglich ist. Versuchen Sie Ihre eigenen Inhalte zu produzieren. Dann stehen Sie auch nicht eines Tages vor dem Problem, dass Ihre externen Ressourcen plötzlich nicht mehr verfügbar sind; von rechtlichen Belangen einmal abgesehen.

4.) Interaktivität ist entscheidend

Nutzen Sie als Trainer(in) die Eigenschaften des Internets und lassen Sie Ihre Teilnehmer interaktiv am Kurs teilhaben. Eröffnen Sie Diskussionsmöglichkeiten, wie etwa durch Foren. Erlauben Sie eine Mitgestaltung des Kurses, um durch die Teilnehmer selbst Wissen zu produzieren.

5.) Werkzeuge des Web 2.0

Nutzen Sie die Werkzeuge und Anwendungen des Web 2.0, um die Interaktivität und zwischenmenschliche Kommunikation zu erhöhen. Durch so genannte Social Software wie Blogs und Wikis, aber auch dem Einbinden von Plattformen wie bspw. Flickr und Youtube können Sie Ihren Kurs deutlich aufwerten und interessanter machen.

6.) Unterschiedliche Lernfähigkeiten

Denken Sie daran, dass Ihre Teilnehmer unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, wie sie etwas lernen. Durch multimodale Beiträge (visuell: Text, Bilder; auditiv: Musik, Reden) erleichtern Sie die Aufnahme der Lerninhalte.

7.) Kleine Lernpakete lassen sich leichter aktualisieren

Da sich heutzutage viele Bereiche und damit auch Lerninhalte im ständigen Wandel befinden, sollte man als Trainer(in) darauf achten, die einzelnen Lernpakete so zu produzieren, dass sie leicht zu aktualisieren sind und neue Informationen rasch eingebunden werden können.

8.) Kleine Lernpakete zur Motivation der Teilnehmer

Als Trainer(in) sollten Sie ebenso darauf achten, Ihre Teilnehmer nicht zu überstrapazieren. Bei elendslangen Texten, die am Bildschirm weit nach unten gescrollt werden müssen, oder Video-Sequenzen, die länger als 20 Minuten dauern, verliert der/die Teilnehmer(in) den Fokus und die Motivation. Planen Sie Zeiten ein, um sich zu regenerieren.

9.) Achten Sie auf technische Anforderungen

Trotz all der technischen Möglichkeiten, darf nicht darauf vergessen werden, dass nicht jede(r) Teilnehmer(in) über die gleichen Bedingungen verfügt. Nutzen Sie eher einen niedrigeren Standard, wenn es etwa um Internetverbindung, Plug-Ins oder Hardwareanforderungen geht.

10.) Testen Sie Ihren Kurs

Bevor Sie ein E-Learning-Angebot für andere verfügbar machen, testen Sie es im Zuge eines Piloten. So lassen sich noch rechtzeitig etwaige Schwächen erkennen.

 

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Austria License.