Trendstudie: Learning Delphi 2009

Wie Weiterbildung in deutschen Unternehmen 2012 voraussichtlich aussehen wird, zeigt das MMB-Institut in Ihrer aktuellen Studie. 54 Experten aus dem Bereich E-Learning wurden u.a. zur Nutzung neuer Lerntechnologien in Unternehmen und dem wirtschaftlichen Erfolg von Lernformen und Lerntechnologien befragt.

Im Ranking stand dabei vor dem Einsatz von WBTs (91%), und den zunehmend interessanter werdenden Social Networks (83%) die Integration von Blended Learning Angeboten (96%). Der Trend lässt erkennen, dass sich Unternehmen von one-to-many-Konzepten distanzieren und auf mehr Vielfalt setzen. Weblogs und Microblogging wird zukünftig weniger Nutzen eingeräumt.

Eine weitere interessante Entwicklung zeigt sich in Unternehmen durch die Absicht verstärkt Lerninhalte selbst zu erstellen, auf Open-Source Lernplattformen, Simulationen, wie auch auf Mobile Learning zu setzen. Hier finden Sie mehr über die Studie.

Mobile Learning, Limits für Content

Die diversen Einsatzmöglichkeiten von Mobile Learning sind unbestreitbar. eLearning mittels Smartphones, die eine Kombination von Handy und PDA darstellen, für die Hosentasche! Dennoch sollte auf gewisse technische, wie auch physische Anforderungen Rücksicht genommen werden, um ein praktikables Web-Angebot zu gestalten und eine entsprechende Usability zu gewährleisten. Hier drei wichtige Aspekte:

  • Graphische Beschränkungen: Mobile Endgeräte besitzen, wenn überhaupt, gerade einmal ein Zwölftel der Bildschirmgröße eines üblichen Desktops. Mit diesem Hintergrund, führen große Grafiken nicht nur zur Erhöhung der Ladezeit des Inhalts, sondern auch zur Verschwendung von wertvollem Anzeigenbereich. Dieser wird letztlich für Texte, Links und andere Informationen benötigt.
  • Textumfang: Texte erfordern ein klares Layout. Durch eine gut strukturierte Gliederung kann überflüssiges Scrollen vermieden werden. Des Weiteren lassen sich kompaktere Textpassagen mit empfohlen kleinerer Schriftgröße (8px) leichter durch den Leser erfassen.
  • Bedienkomfort: Dieser wird eingeschränkt durch die Bauweise und Bedienoberfläche des Endgerätes. Um Anwender nicht zu überstrapazieren gilt es, den Eingabeumfang möglichst zu reduzieren und bspw. durch Links zu vereinfachen.

Einsatzmöglichkeiten von Mobile Learning

In welchen Gebieten sich Mobile Learning nutzen lässt, gezeigt an folgenden Beispielen:

Für die Deutsche Bahn AG bedeutet Mobile Learning, die Chance zu haben, 15.000 Zugbegleiter kontinuierlich fortzubilden. Vorteile liegen etwa in der Nutzung von Leerzeiten für spontanes Lernen und der Möglichkeit von “on-demand” Learning. Als nachteilig ist der intensive Medieneinsatz und die erhöhte Lernbereitschaft der Mitarbeiter zu sehen. Die Umsetzung des Projektes erfolgte mittels CourseBuilder.

Ein anderes Beispiel zeigt, wie Facharbeiter ihr Wissen bzgl. ökologischer und klimagerechter Altbausanierung, anstatt in reinen Präsenzveranstaltungen, u.a. direkt vor Ort erwerben können. Zusätzlich wird die Kommunikation bzw. zentrale Dokumentation aller durchgeführten Arbeiten und verwendeten Materialien erleichtert.

Auch wenn es nicht vollständig das Potential von Mobile Learning erfasst, erlauben Podcasts unterschiedlichste Themen aufzugreifen und umzusetzen. Etwa das Erlernen von Sprachen oder auch den Austausch von Neuigkeiten und Know-how.

Potentiale von Mobile Learning

Wenn man über die Potentiale von Mobile Learning bzw. mLearning spricht, kann es eigentlich nur einen Ausblick auf mögliche Anwendungsszenarien geben. Viel zu weit reichend wird sich das zukünftige Nutzungsfeld entwickeln. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Form der Weiterbildung, nicht in letzter Konsequenz und in jedem Bereich, jedoch verstärkt Akzeptanz findet und ein barrierefreier Zugang ermöglicht wird.

Die ideale Situation wäre wohl, wenn sich jede Person selbstständig, nach Bedarf bzw. Anforderung, zu jeder Zeit weiterbilden oder informieren könnte. Gerade für eine spontane Fortbildung oder auch im Sinne von learning-by-doing bieten sich diverse Chancen. Ob dies jedoch einer absehbaren Realität entspricht, ist kritisch zu hinterfragen. Eine erhöhte Lernbereitschaft und zunehmendes Alter, erschweren dabei die Entwicklung.

Dennoch wird mit spürbarer Vernetzung mehr kollektives Wissen verfügbar und auch erst zugänglich. Das Spannende, sicherlich nicht ganz Unumstrittene dabei: “Jeder kann Content produzieren!” Diesen vielfältigen Content, u.a. bestehend aus ImageBlogs, Youtube, Twitter & Co, gilt es in einem benutzerdefinierten / -orientierten Rahmen (Personal Learning Environment) zu sehen. Dazu zählen schließlich auch mobile Schnittstellen, die es den Benutzern ermöglichen, von überall zuzugreifen.