Beispiele zu ePortfolios

Zuletzt wurde das Thema ePortfolios in diesem Blog umfassend erläutert. Um nun einen “praktischeren” Eindruck von den Anwendungsmöglichkeiten zu bekommen, hier folgende ausgewählte Beispiele bzw. Sichten auf ePortfolios:

Wie erstelle ich ein ePortfolio?

Für die Gestaltung von ePortfolios wird ein mehrstufiger Prozess vorgeschlagen, wobei die einzelnen Schritte, je nach Einsatzzweck, in den Vordergrund rücken können. Grundsätzlich stehen jedoch folgende Aspekte im Mittelpunkt:

  • Sammlung und Auswahl: Zu Beginn gilt es Materialien, die für den Verwendungszweck in Frage kommen, zu sammeln und entsprechend der Kriterien zu organisieren.

  • Beschreibung und Analyse: Unter Umständen erfordern die jeweiligen Materialien eine aussagekräftige Beschreibung, bspw. in Form eines Abstracts, und eine Erläuterung zu Medienwahl, Besonderheiten und Erfahrungen.

  • Reflexion: Die zuvor getroffene Auswahl wird durch Selbst-Reflexion begründet und soll u.a. den eigenen Lernprozess kommentieren.

  • Vergleich und Feedback: Personen, denen das ePortfolio zugänglich ist, können Vergleiche anstellen bzw. Rückmeldungen zu bestimmten Themen bzw. Aufgaben geben.

    Zur Erleichterung der Handhabung von ePortfolios empfiehlt sich ein einheitliches Layout. Für die vielfältigen Verwendungszwecke sollen unterschiedliche Sichten (Views) und eine Regelung der Zugriffsrechte möglich sein.

    Mit Dezember startet die ePortfolio-Plattform von Mahara bei AL-now und eröffnet damit den Teilnehmern eine Reihe an Nutzungsmöglichkeiten.

    Arten von ePortfolios

    Ergänzend zum vorangegangenen Beitrag über den Nutzen und die Bedeutung von ePortfolios hier nun verschiedene Arten und Einsatzmöglichkeiten:

    • Bewerbungs-Portfolio: Ein Online-Bewerbungs-Portfolio bietet im Gegensatz zur herkömmlichen Bewerbungsmappe eine Reihe an wesentlichen Vorteilen. Abgesehen davon, dass es zunehmend weniger Unternehmen gibt, die eine Bewerbung per Post wünschen, kann mittels Online-Bewerbung eine umfassendere und leichter aktualisierbare Dokumentation des schulischen und beruflichen Werdeganges erfolgen.

      So können ausgewählte, audio-visuell aufbereitete Arbeiten bzw. weiterführende Informationen aus unterschiedlichen Bereichen entsprechend präsentiert, aber auch bspw. neu erlangte Zertifikate und eben erworbene Abschlüsse umgehend gelistet werden.

      Natürlich besteht auch das Bewerbungs-ePortfolio weiterhin aus Einleitung, Lebenslauf, Zeugnissen, Kursen und Zertifikaten, Referenzen, persönlichen und beruflichen Interessen usw.

    • Präsentations-Portfolio: Wie für jedes Portfolio, gilt auch für Präsentations-Portfolios eine Abgrenzung der Nutzung mittels geeigneter Kriterien zu definieren. Die Abgrenzung sollte hierbei prozess- bzw. ergebnisorientiert erfolgen und kann folgende Punkte beinhalten: +Zielvorgaben, +Projekt- bzw. Zeitpläne, +Recherchen, +Entwürfe, +(Status-)Berichte, +Dokumentationen, +Präsentation, +Abschluss

    Weiters gibt es Arbeits-Portfolios, die der Zusammenstellung von laufenden und abgeschlossenen Arbeiten dienen und in Beurteilungs-Portfolios (Assessment-Portfolios) und Vorzeige-Portfolios (Best Works Portfolios) übernommen werden können. Ähnlich der Arbeits-Portfolios stellen Entwicklungs-Portfolios (Process Portfolios) eine Sammlung von Arbeiten über einen längeren Zeitraum dar. Daraus lassen sich Entwicklungen ableiten, die die Grundlage einer Selbst- bzw. Fremdevaluation mittels zuvor definierter Ziele bilden.

    Welche Bedeutung haben ePortfolios?

    Um die Frage nach der Bedeutung und dem Nutzen von ePortfolios zu beantworten, sollte geklärt werden, was überhaupt ePortfolios sind. Ein ePortfolio repräsentiert eine digitale Sammelmappe, wodurch es ermöglicht wird, unterschiedliche textuale bzw. audio-visuelle Inhalte und Funktionen darin „abzulegen“. Schüler, Studenten aber auch Personen im Berufsalltag können damit so genannte Artefakte speichern, die sie im Verlauf einer Ausbildung, des Studiums oder bspw. eines Projektes erstellen. ePortfolios sind dem eLearning zuzurechen und dienen dazu, Lernprozesse zu reflektieren und Kompetenzen zu präsentieren.

    Womit man auch schon beim Nutzen angekommen ist. ePortfolios zentral im Internet abgelegt, können durch eine einmalige Aktualisierung global einem bestimmten Nutzerkreis zur Verfügung gestellt werden. Weiters zusammengefasst, erfüllen sie folgende Aufgaben: Collect (Sammlung von Arbeiten und Materialien), Reflect (Selbst-/Reflexion über das Erlernte), Display (Präsentation von eigenen Arbeiten), Assess (Authentische bzw. qualitative Einschätzung der Arbeiten). Weitere Informationen finden sich bei EdTech.

    ePortfolios eigenen sich somit ideal um Entwicklungen über einen längeren Zeitraum zu erfassen, anstatt lediglich Abschlussarbeiten und -berichte anzufertigen.