E-Learning 2.0 im Handwerk

“Wie lassen sich Ansätze des „traditionellen“ E-Learning mit Web 2.0 verknüpfen, um die Möglichkeiten informellen Lernens des Wissenstausch von peer-to-peer mit didaktisch gestalteten Lernangeboten zu koppeln?” (mediendidaktik.de) E-Learning wird bereits im Handwerk erfolgreich umgesetzt, im Sinne von Web 2.0 und einer optimalen Kompetenzentwicklung soll jedoch ein mögliches Potential durch das Projekt “E-Learning 2.0 im Handwerk” geklärt werden.

Um die eingangs erwähnte Fragestellung besser zu verstehen, wurde das konkrete Augenmerk des Projektes auf folgende Punkte gelegt:

  • Welche Vorteile unter welchen Bedingungen ergeben sich durch Web 2.0 für die Schaffung einer Community, dem Transfer von Wissen und der damit einhergehenden Kompetenzentwicklung im Handwerk?
  • Welche positiven Auswirkungen haben Moderatoren bzw. Tutoren auf den Lernprozess?
  • Wie sollte eine mediendidaktische Umsetzung der Lernangebote erfolgen?
  • Wie kann ein zentrales Community-Portal bzgl. der Lebendigkeit bzw. der Relevanz zur Kompetenzbildung gefördert werden?

Weitere Informationen zum Projekt.

Wie erstelle ich ein ePortfolio?

Für die Gestaltung von ePortfolios wird ein mehrstufiger Prozess vorgeschlagen, wobei die einzelnen Schritte, je nach Einsatzzweck, in den Vordergrund rücken können. Grundsätzlich stehen jedoch folgende Aspekte im Mittelpunkt:

  • Sammlung und Auswahl: Zu Beginn gilt es Materialien, die für den Verwendungszweck in Frage kommen, zu sammeln und entsprechend der Kriterien zu organisieren.

  • Beschreibung und Analyse: Unter Umständen erfordern die jeweiligen Materialien eine aussagekräftige Beschreibung, bspw. in Form eines Abstracts, und eine Erläuterung zu Medienwahl, Besonderheiten und Erfahrungen.

  • Reflexion: Die zuvor getroffene Auswahl wird durch Selbst-Reflexion begründet und soll u.a. den eigenen Lernprozess kommentieren.

  • Vergleich und Feedback: Personen, denen das ePortfolio zugänglich ist, können Vergleiche anstellen bzw. Rückmeldungen zu bestimmten Themen bzw. Aufgaben geben.

    Zur Erleichterung der Handhabung von ePortfolios empfiehlt sich ein einheitliches Layout. Für die vielfältigen Verwendungszwecke sollen unterschiedliche Sichten (Views) und eine Regelung der Zugriffsrechte möglich sein.

    Mit Dezember startet die ePortfolio-Plattform von Mahara bei AL-now und eröffnet damit den Teilnehmern eine Reihe an Nutzungsmöglichkeiten.

    Umsetzung von Web 2.0

    Web 2.0 Technologien wie Wikis, Blogs, Podcasts, Tagging, Social Networks, … bauen auf das bottom-up Verfahren und verlangen daher eine neue Sichtweise, die sich gänzlich von den bisherigen IT-Lösungen unterscheidet.” (know-center.tugraz.at)

    Stimmt, zumindest in der grundsätzlichen Intention! Doch klingt es sehr banal und simplifiziert, zu glauben, dass sich Web 2.0 intrinsisch motiviert angewendet gleich verhält, wie in einem Unternehmen zur Unterstützung eingeführt. Das McKinsey-Institut zeigt dennoch sechs Faktoren auf, welche den Erfolg von Web 2.0-Projekten ausmachen sollen (vgl. Gebloggtes Wissen). Ich erlaube mir diese hier kritisch anzuschneiden:

    1. Bottom-Up statt Top-Down: Sollen Web 2.0 Anwendungen im Unternehmen wirklich zur “Spielwiese” mutieren oder sind ein paar klare Spielregeln und Strukturen doch von Vorteil? Diese könnten/sollten durchaus durch die Geschäftsführung verkörpert werden.
    2. Nutzung von Web 2.0-Technologien: Wieviel Zeit muss eingeplant werden, um die Herangehensweise von Mitarbeitern an unterschiedliche Werkzeuge und deren Verwendung herauszufinden? Nebenbei bleibt zu hoffen, dass sich alle für die jeweils gleiche Kombination “Nutzung zu Werkzeug” entscheiden. Es gilt nicht das Rad neu zu erfinden sondern Spezialisten mit der Einführung zu beauftragen.
    3. Web 2.0 bei der täglichen Arbeit: Auch wenn es scheinbar immer häufiger zum guten Ton gehört, derartige Technologien einzusetzen, sollte vorrangig ein klarer Mehrwert erkennbar sein.
    4. Anreiz zur Teilnahme: Monetäre Anreize sind generell problematisch, wenn sie der Motivation dienen. Die Akzeptanz neuer Werkzeuge lässt sich nicht nur mit Belohnungen erreichen, vielmehr muss der jeweilige Mitarbeiter entsprechend instruiert bzw. geschult werden.
    5. Meinungsführer und Experten: Dem Hinzuziehen von Know-how-Trägern, u.a. als fortlaufende Ansprechpartner, ist voll zuzustimmen.
    6. Freiheit und Kontrolle: Diese Aspekte sind je nach Anforderungen des Unternehmens individuell abzuwägen.

    Welche Bedeutung haben ePortfolios?

    Um die Frage nach der Bedeutung und dem Nutzen von ePortfolios zu beantworten, sollte geklärt werden, was überhaupt ePortfolios sind. Ein ePortfolio repräsentiert eine digitale Sammelmappe, wodurch es ermöglicht wird, unterschiedliche textuale bzw. audio-visuelle Inhalte und Funktionen darin „abzulegen“. Schüler, Studenten aber auch Personen im Berufsalltag können damit so genannte Artefakte speichern, die sie im Verlauf einer Ausbildung, des Studiums oder bspw. eines Projektes erstellen. ePortfolios sind dem eLearning zuzurechen und dienen dazu, Lernprozesse zu reflektieren und Kompetenzen zu präsentieren.

    Womit man auch schon beim Nutzen angekommen ist. ePortfolios zentral im Internet abgelegt, können durch eine einmalige Aktualisierung global einem bestimmten Nutzerkreis zur Verfügung gestellt werden. Weiters zusammengefasst, erfüllen sie folgende Aufgaben: Collect (Sammlung von Arbeiten und Materialien), Reflect (Selbst-/Reflexion über das Erlernte), Display (Präsentation von eigenen Arbeiten), Assess (Authentische bzw. qualitative Einschätzung der Arbeiten). Weitere Informationen finden sich bei EdTech.

    ePortfolios eigenen sich somit ideal um Entwicklungen über einen längeren Zeitraum zu erfassen, anstatt lediglich Abschlussarbeiten und -berichte anzufertigen.

    E-Learning – Tipps für einen erfolgreichen Start

    Der Einstieg ins E-Learning wird gerne mit Vorurteilen oder auch Ängsten, etwa sich auf Neues einzulassen, gepflastert. Dabei geht es weniger um die Fragen Wie? und Womit?, die eine Neugier vermuten lassen würden, vielmehr um das Warum? und Wozu? Gleich vorweg, ohne sich selbst konkret Gedanken über die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten zu machen, ist es unmöglich eine qualifizierte Aussage zu treffen.

    Falls Sie nun darin interessiert sind, sich mit E-Learning auseinander zu setzen und selbst einen Kurs zu gestalten, werden Ihnen folgende Tipps, basierend auf Inge de Waards “top ten tips” (Special thanks, for doing so well and putting in a nutshell!), sicherlich behilflich sein:

    1.) Versuchen Sie es selbst; zu lernen

    Wenn Sie bisher an noch keinem E-Learning- / Online-Kurs teilgenommen haben oder in vergleichbarer Weise mit neuen Medien in Kontakt gekommen sind, sollten Sie das zuvor tun. Durch eigene Erfahrungen fällt es leichter, Ideen und damit eine passende Struktur des Kurses bzw. Angebotes zu entwickeln. Entscheidend dabei ist, den Lern- und Entwicklungsprozess genau mit zu verfolgen.

    2.) Klare Definition der Lernziele

    Um entsprechende Inhalte zu vermitteln, muss man sich als Trainer(in) über deren Lernziele bewusst sein. Sie bilden sozusagen die Basis, um zu verstehen, was der einzelne Teilnehmer in den jeweiligen Lernschritten erreichen soll. Nicht zuletzt helfen sie bei der Entscheidung, welche Aktivitäten bzw. Werkzeuge zum Einsatz kommen. Dies können bspw. Spiele und Simulationen mit realitätsnahem Hintergrund, Quizzes für Wissensüberprüfungen, Foren für Diskussionen oder auch Blogs und Wikis im Bereich von Projekten sein.

    3.) Entwickeln Sie Ihren eigenen Lerninhalt

    Nicht die Menge an Lernmaterial bringt den Lernerfolg! Eine Ansammlung von Links zu externen Internet-Seiten erleichtert zwar die erstmalige Zusammenstellung, kann allerdings für die Teilnehmer leicht undurchschaubar und unstrukturiert wirken. Des Weiteren erschweren externe Inhalte eine regelmäßige Aktualisierung des Kurses, da im Normalfall der Zugriff für eine Überarbeitung nicht möglich ist. Versuchen Sie Ihre eigenen Inhalte zu produzieren. Dann stehen Sie auch nicht eines Tages vor dem Problem, dass Ihre externen Ressourcen plötzlich nicht mehr verfügbar sind; von rechtlichen Belangen einmal abgesehen.

    4.) Interaktivität ist entscheidend

    Nutzen Sie als Trainer(in) die Eigenschaften des Internets und lassen Sie Ihre Teilnehmer interaktiv am Kurs teilhaben. Eröffnen Sie Diskussionsmöglichkeiten, wie etwa durch Foren. Erlauben Sie eine Mitgestaltung des Kurses, um durch die Teilnehmer selbst Wissen zu produzieren.

    5.) Werkzeuge des Web 2.0

    Nutzen Sie die Werkzeuge und Anwendungen des Web 2.0, um die Interaktivität und zwischenmenschliche Kommunikation zu erhöhen. Durch so genannte Social Software wie Blogs und Wikis, aber auch dem Einbinden von Plattformen wie bspw. Flickr und Youtube können Sie Ihren Kurs deutlich aufwerten und interessanter machen.

    6.) Unterschiedliche Lernfähigkeiten

    Denken Sie daran, dass Ihre Teilnehmer unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, wie sie etwas lernen. Durch multimodale Beiträge (visuell: Text, Bilder; auditiv: Musik, Reden) erleichtern Sie die Aufnahme der Lerninhalte.

    7.) Kleine Lernpakete lassen sich leichter aktualisieren

    Da sich heutzutage viele Bereiche und damit auch Lerninhalte im ständigen Wandel befinden, sollte man als Trainer(in) darauf achten, die einzelnen Lernpakete so zu produzieren, dass sie leicht zu aktualisieren sind und neue Informationen rasch eingebunden werden können.

    8.) Kleine Lernpakete zur Motivation der Teilnehmer

    Als Trainer(in) sollten Sie ebenso darauf achten, Ihre Teilnehmer nicht zu überstrapazieren. Bei elendslangen Texten, die am Bildschirm weit nach unten gescrollt werden müssen, oder Video-Sequenzen, die länger als 20 Minuten dauern, verliert der/die Teilnehmer(in) den Fokus und die Motivation. Planen Sie Zeiten ein, um sich zu regenerieren.

    9.) Achten Sie auf technische Anforderungen

    Trotz all der technischen Möglichkeiten, darf nicht darauf vergessen werden, dass nicht jede(r) Teilnehmer(in) über die gleichen Bedingungen verfügt. Nutzen Sie eher einen niedrigeren Standard, wenn es etwa um Internetverbindung, Plug-Ins oder Hardwareanforderungen geht.

    10.) Testen Sie Ihren Kurs

    Bevor Sie ein E-Learning-Angebot für andere verfügbar machen, testen Sie es im Zuge eines Piloten. So lassen sich noch rechtzeitig etwaige Schwächen erkennen.

     

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