Wie organisiere ich Content?

Die Flut täglicher Informationen steigt stetig. Seien es Dokumentationen und Versionierungen innerhalb von Projekten, Unterlagen bzw. Lerninhalte für den Unterricht oder etwaige Schulungsmaßnahmen, Content von Webseiten (YouTube & Co), bis hin zu persönlichen E-Mails, Newslettern und Bookmarks. Um darin nicht über kurz oder lang unter zu gehen, sind Überlegungen zur Organisation bzw. der Verwaltung dieser Informationen notwendig. Sie können dabei unterschiedlich strukturiert bzw. gestaltet werden um sie leichter zugänglich und damit nutzbar zu machen.

Ein Ansatz dazu nennt sich LATCH System, kreiert durch Richard Saul Wurman. Wurman ging vor allem von fünf hauptsächlichen Varianten aus, um Inhalte zu organisieren:

Location: Informationen können örtlich gegliedert werden, um bspw. Bevölkerungsverteilungen zu erstellen.
Alphabet: Größere Datenmenge werden bspw. in Form von Wörterbüchern / Glossaren leichter auffindbar.
Time: Komplexe Prozesse, sowie Ereignisse lassen sich mittels zeitlicher Aufzeichnungen bzw. Zeitplänen besser verstehen.
Category: Kategorien kommen zum Einsatz, um Produkte oder Ressourcen zu gruppieren.
Hierarchy: Hierarchien kennt jeder. Sie sind u.a. ein Ansatz um Bedeutungen abzubilden.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten der Einteilung von Content, u.a. im eLearning-Bereich. Die folgende Aufstellung soll bei der Auswahl der richtigen Methode helfen (vgl. theelearningcoach.com):

Cause and Effect: Gerade wenn es um die Dokumentation oder um Kurse zur Erfassung von Problemen bzw. dem Erarbeiten von Lösungswegen geht, kann diese Gliederung vorteilhaft erscheinen.
Order of Importance: Bezogen auf Lernunterlagen, sollten wichtige Inhalte direkt am Anfang und / oder am Ende stehen, da Lernende dem die meiste Aufmerksamkeit schenken.
Simple to Complex: Der Zugang zu komplexen Themen kann durch eine zu Beginn vereinfachte Sichtweise bzw. Einleitung erleichtert werden. Des Weiteren stärkt dies das Selbstvertrauen des Lernenden.
Sequential: Prozesse und Prozeduren sollten in einzelne Stufen aufgegliedert werden. Dies erhöht u.a. die Wahrnehmung.
Spiral: Dieser Ansatz ist für den Aufbau bzw. die Vertiefung innerhalb eines Lehrplans geeignet.
Whole to Parts: Vom großen Ganzen zum Detail eignet sich bspw. um einen bestimmten Aufbau, eine Konstruktion besser zu visualisieren.
Spatial: Eine räumliche Gliederung kann helfen bestimmte Dinge leichter zuzuordnen bzw. zu diagnostizieren.
Inherent Structure: Obwohl es verschiedenste Varianten der Strukturierung von Daten gibt, ist es durchaus möglich, dass bestimmte Anwendungsbereiche bereits eine innere “ideale” Ordnung aufweisen.

Welche Bedeutung haben ePortfolios?

Um die Frage nach der Bedeutung und dem Nutzen von ePortfolios zu beantworten, sollte geklärt werden, was überhaupt ePortfolios sind. Ein ePortfolio repräsentiert eine digitale Sammelmappe, wodurch es ermöglicht wird, unterschiedliche textuale bzw. audio-visuelle Inhalte und Funktionen darin „abzulegen“. Schüler, Studenten aber auch Personen im Berufsalltag können damit so genannte Artefakte speichern, die sie im Verlauf einer Ausbildung, des Studiums oder bspw. eines Projektes erstellen. ePortfolios sind dem eLearning zuzurechen und dienen dazu, Lernprozesse zu reflektieren und Kompetenzen zu präsentieren.

Womit man auch schon beim Nutzen angekommen ist. ePortfolios zentral im Internet abgelegt, können durch eine einmalige Aktualisierung global einem bestimmten Nutzerkreis zur Verfügung gestellt werden. Weiters zusammengefasst, erfüllen sie folgende Aufgaben: Collect (Sammlung von Arbeiten und Materialien), Reflect (Selbst-/Reflexion über das Erlernte), Display (Präsentation von eigenen Arbeiten), Assess (Authentische bzw. qualitative Einschätzung der Arbeiten). Weitere Informationen finden sich bei EdTech.

ePortfolios eigenen sich somit ideal um Entwicklungen über einen längeren Zeitraum zu erfassen, anstatt lediglich Abschlussarbeiten und -berichte anzufertigen.

E-Learning – Tipps für einen erfolgreichen Start

Der Einstieg ins E-Learning wird gerne mit Vorurteilen oder auch Ängsten, etwa sich auf Neues einzulassen, gepflastert. Dabei geht es weniger um die Fragen Wie? und Womit?, die eine Neugier vermuten lassen würden, vielmehr um das Warum? und Wozu? Gleich vorweg, ohne sich selbst konkret Gedanken über die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten zu machen, ist es unmöglich eine qualifizierte Aussage zu treffen.

Falls Sie nun darin interessiert sind, sich mit E-Learning auseinander zu setzen und selbst einen Kurs zu gestalten, werden Ihnen folgende Tipps, basierend auf Inge de Waards “top ten tips” (Special thanks, for doing so well and putting in a nutshell!), sicherlich behilflich sein:

1.) Versuchen Sie es selbst; zu lernen

Wenn Sie bisher an noch keinem E-Learning- / Online-Kurs teilgenommen haben oder in vergleichbarer Weise mit neuen Medien in Kontakt gekommen sind, sollten Sie das zuvor tun. Durch eigene Erfahrungen fällt es leichter, Ideen und damit eine passende Struktur des Kurses bzw. Angebotes zu entwickeln. Entscheidend dabei ist, den Lern- und Entwicklungsprozess genau mit zu verfolgen.

2.) Klare Definition der Lernziele

Um entsprechende Inhalte zu vermitteln, muss man sich als Trainer(in) über deren Lernziele bewusst sein. Sie bilden sozusagen die Basis, um zu verstehen, was der einzelne Teilnehmer in den jeweiligen Lernschritten erreichen soll. Nicht zuletzt helfen sie bei der Entscheidung, welche Aktivitäten bzw. Werkzeuge zum Einsatz kommen. Dies können bspw. Spiele und Simulationen mit realitätsnahem Hintergrund, Quizzes für Wissensüberprüfungen, Foren für Diskussionen oder auch Blogs und Wikis im Bereich von Projekten sein.

3.) Entwickeln Sie Ihren eigenen Lerninhalt

Nicht die Menge an Lernmaterial bringt den Lernerfolg! Eine Ansammlung von Links zu externen Internet-Seiten erleichtert zwar die erstmalige Zusammenstellung, kann allerdings für die Teilnehmer leicht undurchschaubar und unstrukturiert wirken. Des Weiteren erschweren externe Inhalte eine regelmäßige Aktualisierung des Kurses, da im Normalfall der Zugriff für eine Überarbeitung nicht möglich ist. Versuchen Sie Ihre eigenen Inhalte zu produzieren. Dann stehen Sie auch nicht eines Tages vor dem Problem, dass Ihre externen Ressourcen plötzlich nicht mehr verfügbar sind; von rechtlichen Belangen einmal abgesehen.

4.) Interaktivität ist entscheidend

Nutzen Sie als Trainer(in) die Eigenschaften des Internets und lassen Sie Ihre Teilnehmer interaktiv am Kurs teilhaben. Eröffnen Sie Diskussionsmöglichkeiten, wie etwa durch Foren. Erlauben Sie eine Mitgestaltung des Kurses, um durch die Teilnehmer selbst Wissen zu produzieren.

5.) Werkzeuge des Web 2.0

Nutzen Sie die Werkzeuge und Anwendungen des Web 2.0, um die Interaktivität und zwischenmenschliche Kommunikation zu erhöhen. Durch so genannte Social Software wie Blogs und Wikis, aber auch dem Einbinden von Plattformen wie bspw. Flickr und Youtube können Sie Ihren Kurs deutlich aufwerten und interessanter machen.

6.) Unterschiedliche Lernfähigkeiten

Denken Sie daran, dass Ihre Teilnehmer unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, wie sie etwas lernen. Durch multimodale Beiträge (visuell: Text, Bilder; auditiv: Musik, Reden) erleichtern Sie die Aufnahme der Lerninhalte.

7.) Kleine Lernpakete lassen sich leichter aktualisieren

Da sich heutzutage viele Bereiche und damit auch Lerninhalte im ständigen Wandel befinden, sollte man als Trainer(in) darauf achten, die einzelnen Lernpakete so zu produzieren, dass sie leicht zu aktualisieren sind und neue Informationen rasch eingebunden werden können.

8.) Kleine Lernpakete zur Motivation der Teilnehmer

Als Trainer(in) sollten Sie ebenso darauf achten, Ihre Teilnehmer nicht zu überstrapazieren. Bei elendslangen Texten, die am Bildschirm weit nach unten gescrollt werden müssen, oder Video-Sequenzen, die länger als 20 Minuten dauern, verliert der/die Teilnehmer(in) den Fokus und die Motivation. Planen Sie Zeiten ein, um sich zu regenerieren.

9.) Achten Sie auf technische Anforderungen

Trotz all der technischen Möglichkeiten, darf nicht darauf vergessen werden, dass nicht jede(r) Teilnehmer(in) über die gleichen Bedingungen verfügt. Nutzen Sie eher einen niedrigeren Standard, wenn es etwa um Internetverbindung, Plug-Ins oder Hardwareanforderungen geht.

10.) Testen Sie Ihren Kurs

Bevor Sie ein E-Learning-Angebot für andere verfügbar machen, testen Sie es im Zuge eines Piloten. So lassen sich noch rechtzeitig etwaige Schwächen erkennen.

 

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